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Tine Wittlers Weisheiten

März 7th, 2012 | Posted by Simone Schwarz in Allgemein - (1 Comments)

Systematische Gewalt gegen Mädchen und Frauen: für Tine Wittler "Tradition"

Eine Flut von Heiratsanträgen ging auf die RTL-”Decotainment”-Moderatorin (“Einsatz in vier Wänden”) in Mauretanien nieder. An ihrem Selbstheilungstrip durch das Land der gemästeten Mädchen lässt uns Tine Wittler mit ihrem neuen Büchlein “Wer schön sein will, muss reisen” teilhaben.

“Sie machte sich auf in ein Land, in dem ein ganz anderes Ideal herrscht als in ihrer Heimat, wo nicht schlanke, sondern dicke Frauen als begehrenswert gelten – und stellte fest, dass auch dort die Frauen für die Schönheit leiden.” (Welt online)

Nun ist es nicht so, dass Frauen in Mauretanien eine Wahl hätten, für oder unter was sie leiden. Zum Beispiel werden 3 von 4 Mädchen durch die Verstümmelung ihrer Genitalien gequält und lebenslang geschädigt, sie werden noch als Kinder zwangsverheiratet, sexuell missbraucht und müssen Polygamie erdulden.

Ob Tine Wittler diese Art von Leiden im Sinn hatte, als sie sich nach Mauretanien aufmachte, ist fraglich. Im Zeit-Interview heißt es: “Wittler besuchte auch eine der Expertinnen (sic!), die Mädchen und Frauen mästen, damit sie … mehr Chancen auf dem Heiratsmarkt haben.” Der Satz könnte ebenso gut heißen: “Wittler besuchte auch eine der Expertinnen, die Mädchen die Genitalien herausschneiden, damit sie mehr Chancen auf dem Heiratsmarkt haben.”

Wittler und ihr Verlag verharmlosen systematische Gewaltverbrechen an Mädchen als “Tradition”, damit ihr Buchkonzept aufgeht. Simplifizierungen dieser Art sind allerdings keineswegs harmlos, sondern tragen dazu bei, dass die schlimmsten Exzesse gegen Frauen weiter als “Tradition” oder “Kultur” abgetan werden und wirksame Gegenstrategien sich nicht durchsetzen können.

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Karlheinz Böhm und Almaz Böhm dulden seit 3 Jahrzehnten die Genitalverstümmelung an den Mädchen in ihren Projekten

Karlheinz Böhm und Almaz Böhm dulden seit 3 Jahrzehnten die Genitalverstümmelung an den Mädchen in ihren Projekten

Glaubt man den zahlreichen Medienberichten und der Selbstdarstellung der Stiftung “Menschen für Menschen”, dann ist deren Gründer – der Ex-Mime Karlheinz Böhm – zweifelsfrei ein Held, ein großer Wohltäter, der vor 31 Jahren das Entwicklungsland Äthiopien zu seiner Bühne erklärte und beschloss, dort ein Stück namens “Bedingungsloses Geben” aufzuführen.

Seitdem hat “Abo Karl” mehr als 330 Millionen Euro gesammelt und – ohne Bedingungen an die äthiopischen Empfänger zu stellen – in sogenannte “Selbsthilfeprojekte” gepumpt.

Nun gehört Äthiopien zu jenen afrikanischen Ländern, deren Bevölkerung sich in auto-destruktiver Weise – z.B. durch unvorstellbare kollektive Gewaltexzesse gegen Frauen und Kinder – systematisch ihres Entwicklungspotentials beraubt und damit weniger als Opfer denn als aktiver Verursacher des eigenen Elends gesehen werden muss: 

- Bis zu 90% der Mädchen werden an ihren Genitalien verstümmelt,

bei zwei von drei minderjährigen Mädchen beginnt die Ehe mit einer Entführung und vielfach auch mit einer Vergewaltigung,

84% der Mädchen werden Opfer allgemeiner schwerer physischer Misshandlung,

- 100% werden psychisch misshandelt,

- knapp 60% der Frauen erleiden Misshandlung und Vergewaltigung in der Ehe – um nur einige Fakten zu nennen…

Seit meiner Arbeit als Koordinatorin der “AG Genitalverstümmelung” und Leiterin des Referats “Genitalverstümmelung” bei Terre des Femmes (1995-1998) habe ich immer wieder untersucht, mit welchem Engagement sich deutsche Entwicklungshilfeorganisationen in ihren Projekten für den Schutz von Mädchen vor der ebenso schweren wie vermeidbaren Gewalt der Genitalverstümmelung einsetzen – und sei es allein deshalb, um für nachhaltige Entwicklung überhaupt den Grundstein zu legen

“Menschen für Menschen” hat dabei jedes Mal so schlecht abgeschnitten, dass für mich der gestrige Artikel der österreichischen dieStandard.at (die mittlerweile den Titel von “Man muss den Menschen Zeit geben zu verstehen” in “Die Mütter lieben ihre Kinder genauso” verschlimmbessert haben) das “Zünglein an der Waage” war, um endlich Tacheles zu reden und das Bild vom schönen Schein etwas zurechtzurücken – denn ich hege seit jeher eine tiefe Abneigung gegen Lügen, Betrug und Täuschung – umso mehr dann, wenn es um schutzbedürftige Kinder geht: (weiterlesen…)

Fadumo Korn in Bayern-Maskerade - ein plumper Versuch, ihre Verachtung gegenüber den "neunmalklugen Europäern" zu überspielen

Fadumo Korn in Bayern-Maskerade - ein plumper Versuch, ihre Verachtung gegenüber den "neunmalklugen Europäern" zu überspielen

…und wie sich Politiker, Öffentlichkeit und Medien mit pathetischer Betroffenheits-Rhetorik zum Narren halten lassen

Seit dem 14. Januar 2012 ist es amtlich: Die Somalierin Fadumo Korn gehört nicht länger zum Vorstand von FORWARD Germany e.V. und darf sich nicht mehr im Namen des Vereins äußern:

Korn ist damit im zweiten Anlauf endgültig ihres Amtes enthoben worden.

Bereits Mitte November 2011 hatte ihr die Mehrheit der Vereinsmitglieder das Vertrauen u.a. wegen “grober Pflichtverletzung” entzogen und sie als Vorstandsvorsitzende abgewählt. Aufgrund eines Formfehlers, den Korn daraufhin ausgemacht haben wollte, musste die Abstimmung im Januar 2012 wiederholt werden – und das Ergebnis wurde bestätigt:

Die Mitglieder von FORWARD e.V. wollen nicht länger von Fadumo Korn als Vorstand vertreten werden! (weiterlesen…)

Auch über 90% der Ägypterinnen werden genitalverstümmelt, ebenso Mädchen in der Mehrzahl der arabischen Länder und in Indonesien und Malaysia - und bis zu 80% der entsprechenden Migrantinnen in Deutschland. Doch ihr Schutz steht nicht auf der Agenda deutscher Politiker...

Auch über 90% der Ägypterinnen werden genitalverstümmelt, ebenso Mädchen in der Mehrzahl der arabischen Länder und in Indonesien und Malaysia - und bis zu 80% der entsprechenden Migrantinnen in Deutschland. Doch ihr Schutz steht nicht auf der Agenda deutscher Politiker...

Ein Kommentar der TaskForce-Initiatorin Ines Laufer anlässlich der gestrigen Beratung eines Gesetzesentwurfes von Bündnis 90/Die Grünen zur Änderung des Strafgesetzbuches – Strafbarkeit der Genitalverstümmelung – im Bundestag

Alle Jahre wieder…nehmen sich die Parlamentarier in Berlin des Themas “Genitalverstümmelung an Mädchen” an und debattieren Anfragen, Anträge einzelner Fraktionen oder ganz aktuell einen Entwurf zur Änderung des Strafrechts, den Bündnis 90/Die Grünen vor einem Jahr eingebracht haben. Die TaskForce hat den Inhalt dieses Gesetzes-Entwurfes bereits ausführlich kritisiert und erläutert, weshalb die geplanten Änderungen keine Verbesserung der Strafverfolgung und auch keinen Schutz für gefährdete Mädchen erreichen können. Der Antrag selbst soll deshalb heute nicht mein Thema sein.

Vielmehr blicke ich auf 15 Jahre zurück, in denen die Problematik der Genitalverstümmelung auf der Agenda der Bundesregierung behandelt wird und stelle die Frage, was sich seitdem in der Bundesrepublik hinsichtlich der Ächtung dieses Verbrechens und des Schutzes gefährdeter Mädchen getan hat.

Als “Pionierin der ersten Stunde” habe ich 1997 als Sachverständige auf der allerersten Bundestagsanhörung über Genitalverstümmelung referiert und erinnere mich noch gut an das politische Klima damals, als es schon als Affront galt, die korrekte Terminologie “Genitalverstümmelung” zu verwenden und das Thema nur schwer aus dem Klammergriff der Kulturrelativisten zu befreien war, die dieses Gewaltverbrechen als “identitätsstiftendes Initiationsritual” feierten und sofort “Kulturimperialismus” schrien, wenn westliche Kritiker allein die Klassifizierung “Menschenrechtsverletzung” vornahmen…

Heute ist im kollektiven Bewusstsein unserer Gesellschaft – einschließlich unserer Politiker – die Wahrnehmung von Genitalverstümmelung als schwere Menschenrechtsverletzung, die nicht hinnehmbar ist und durch nichts zu rechtfertigen ist, sicher verankert. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass dieser Bewusstseinswandel bislang keinerlei nennenswerte Auswirkung auf die Lebenssituation potentieller Opfer in unserem Land hat oder auf den Umgang mit Tätern, die ihre Töchter der Verstümmelung unterwerfen. Im Gegenteil: (weiterlesen…)

Ministerin Barbara Steffens finanziert mit dem "Runden Tisch NRW" mit Steuergeldern eine Institution, die Genitalverstümmelungen konsequent verharmlost

Ministerin Barbara Steffens finanziert mit dem "Runden Tisch NRW" mit Steuergeldern eine Institution, die Genitalverstümmelungen konsequent verharmlost

Morgen, am 6. Februar 2012, jährt sich der  Internationale Tag “Null Toleranz gegenüber Genitalverstümmelung” zum neunten Mal. Er wurde 2003 vom größten und ältesten pan-afrikanischen Netzwerk  gegen Genitalverstümmelung – dem Inter-African Committee on Traditional Practices (IAC) - ins Leben gerufen.

Ein guter Zeitpunkt, um noch einmal ein wichtiges Grund-Anliegen dieser engagierten Organisation und dessen Umsetzung in Deutschland zu reflektieren:

Die Verwendung der korrekten Terminologie “Weibliche Genitalverstümmelung”

„Sprache spiegelt und schafft Wirklichkeit“, bzw. „Sprache kreiert Vorstellungen – und diese Vorstellungen beeinflussen die Realität“. Auf dieser Grundlage beschreibt die linguistische Wissenschaft die enorme Kraft, die den Worten innewohnt. Auch im Zusammenhang mit Genitalverstümmelung spielen die richtigen Worte eine große Rolle:

Damit sich die gesellschaftliche und individuelle Einstellung zu dem Gewaltphänomen Genitalverstümmelung ändert, muss der Sprache und den verwendeten Begriffen in diesem Prozess größte Bedeutung beigemessen werden.
Die Verwendung euphemistischer Ausdrücke in der deutschen Öffentlichkeitsarbeit, wie z. B. „Beschneidung“ – und die damit hervorgerufene Schaffung harmloser Assoziationen – behindert in fataler Weise eine Bewusstseinsänderung.  (weiterlesen…)

Zwischen den Worten des BMZ und seinen Taten liegen Welten

Zwischen den Worten des BMZ und seinen Taten liegen Welten

Die aktuelle Meldung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) zum Thema weibliche Genitalverstümmelung ist ein hervorragender Anlass, einen längst überfälligen Blick auf den tatsächlichen Umgang des Ministeriums mit dieser Gewalt zu werfen:

Obwohl dem BMZ das z.T. flächendeckende Ausmaß der Genitalverstümmelungsgewalt ebenso bekannt ist wie die Tatsache, dass diese schwere Menschenrechtsverletzung aufgrund der seelischen und körperlichen Schäden  jegliche nachhaltige Entwicklung verhindert, werden so gut wie keine Mittel für Maßnahmen zur Beendigung dieser Gewalt freigegeben, und die wenigen Gelder zudem in weitgehend fragwürdigen Projekten, die auf wirkungslose Strategien setzen, verschwendet:

Der Kampf gegen Genitalverstümmelung, d.h. eine Gewalt, die an bis zu 95% der gesamten weiblichen Bevölkerung der jeweiligen Länder  verübt wird, ist dem BMZ nur Peanuts wert:

- Von 1999 bis 2010 investierte das BMZ nicht mehr als 772.000 Euro pro Jahr in sogenannte Anti-FGM-Projekte, aufgeteilt auf 6 Länder und somit lediglich einen Bruchteil der Gebiete, in denen die Verstümmelungen verübt werden.

- Zum Vergleich: Fast eine Milliarde Euro unserer Steuergelder pumpt das BMZ  jedes Jahr zugunsten “anderer Prioritäten” in die Verstümmelungsländer, z.B. jeweils mehr als 150 Millionen Euro jährlich nach Ägypten und Äthiopien – beides Länder, in denen die Verstümmelungen von der Regierung nach wie vor stillschweigend geduldet und Gesetze zum Schutz von Mädchen nicht umgesetzt werden. (weiterlesen…)

With (he)art against FGM - Aktivistin Isabel Henriques engagiert sich für Täterschutz und gegen Gleichberechtigung von Frauen

With (he)art against FGM - Aktivistin Isabel Henriques engagiert sich für Täterschutz und gegen Gleichberechtigung von Frauen

oder: Die Double-Binds der Isabel Henriques

“Gottes Tiergarten ist groß”  - pflegte meine Mentorin, die Menschenrechtlerin Monika Gerstendörfer, stets zu sagen, u.a. wenn wieder einmal besonders markante Vertreter von Eigenschaften, die sie überhaupt nicht mochte (wie schlampiges oder eindimensionales „Denken”, Kleingeistigkkeit, ideologischer Fixierung  und Verlogenheit) in Aktion traten,…

Was sie über das Treiben einer gewissen Isabel Henriques und ihrer Pseudo -Anti – Genitalverstümmelungs – Gruppe With (he)art against FGM äußern würde, kann ich nur vermuten, denn Monika ist nicht mehr da. Unter das ernüchternde Resumé “Gottes Tiergarten ist groß” fiele Henriques jedoch allemal, denn:

Kaum eine mir bekannte Initiative, die sich vordergründig zum Thema “Genitalverstümmelung an Mädchen” äußert, ist so randvoll mit ideologischer Absurdität aufgeladen wie Henriques’ “With (he)art against FGM (abgesehen natürlich von STOP FGM NOW – der abstrusen Image-Kampagne des Werbers René Heymann, der Henriques eine zeitlang als Facebook-Administratorin angehörte):

Auf den ersten Blick erscheint sie recht harm- und belanglos mit ihrem ebenso nichtssagenden wie unverbindlichen Ziel “auf die weibliche Genitalverstümmelung und ihre schwerwiegenden Folgen aufmerksam zu machen und die Menschen entsprechend zu sensibilisieren”.

Ihren offensichtlichen Mangel an Konzept und Strategie gleicht Henriques mit aberwitzigen Werbeparolen aus, wie z.B. “Wir sind gegen FGM, nicht gegen die Menschen” - wobei sie der Öffentlichkeit naturgemäß die Aufklärung des Paradoxons schuldig bleibt, wie das Verbrechen von seinen Tätern zu trennen und die Tat zu bekämpfen sei, ohne ihre Täter zu ächten. (weiterlesen…)

Bis zu 100% der Mädchen in den Verstümmelungs-Kulturen werden systematisch misshandelt

Bis zu 100% der Mädchen in den Verstümmelungs-Kulturen werden systematisch misshandeltGenitalverstümmelung an Mädchen als Ausdruck eines allgemein gewalttätigen Familienumfeldes

Genitalverstümmelung: Ausdruck eines allgemein gewalttätigen Familienumfeldes

In der medialen Berichterstattung über das Thema “Genitalverstümmelung” werden der Öffentlichkeit seit Jahren mit monotoner Regelmäßigkeit diverse “Bären aufgebunden”, insbesondere durch die Aussage, Eltern, die ihre Töchter genitalverstümmeln lassen, seien im Grunde fürsorgliche Menschen, die nur das Beste für ihre Kinder wollten. Es wird suggeriert, die Verstümmelung sei ein “einmaliger Ausrutscher” in einer ansonsten liebevollen Familie.

Vertreter dieser fatalen Fehleinschätzung finden wir in sämtlichen Bereichen. Hier einige Beispiele:

Migrantinnen, die zwar oberflächlich vorgeben, sich gegen “Beschneidung” einzusetzen, sich jedoch nach wie vor mit der Gewaltkultur identifizieren, aus der sie stammen, in erster Linie um Verständnis für die Täter werben und die Täterinteressen über die der Opfer stellen wie z.B. die Somalierin Jawahir Cumar, über deren fragwürdige Aktionen wir bereits in einem Blog-Artikelberichteten: “Die Eltern glauben ja, dass sie ihren Töchtern damit etwas Gutes tun” behauptete sie in einem Interview mit dem ZDF.

Wissenschaftler wie der amerikanische Professor Gerry Mackie, der sich als ideologischer Gehilfe der verfehlten Strategie der Organisation Tostan betätigt, die Unsummen an Spendengeldern verschwendet und mit ihrem falschen Ansatz kläglich scheitert:“Parents love their children and want to do the best for them.” schreibt er. (weiterlesen…)

Today, over 90% of Egyptian girls face the violence of Female Genital Mutilation - in an environment of general male violence against women, harassment, intimidation, deprivation and oppression

The following great piece from Hank Pellissier dates back to February 2011 – which could explain his obvious optimism that the “revolution” could have lead to a democratisation.

While today – one year later – there are worries indicated that the signs in Egypt are more pointed to an Islamist regime than to democracy – the essence and questions of this article remain more actual than ever:

“What’s the point of the Egyptian Revolution if it doesn’t stop female genital mutilation?
If girls are chopped bloody, sexually-deducted, was the 18-day struggle at all productive?
Egypt gave itself a Mubarak-tomy - Now its time to end clitoridectomy
Let us condemn F-G-M” (weiterlesen…)

Das Auswärtige Amt machte 2009 den Weg frei für die Verstümmelung eines Mädchens im Hochrisikoland Äthiopien

Das Auswärtige Amt machte 2009 den Weg frei für die Verstümmelung eines Mädchens im Hochrisikoland Äthiopien

…daran wurde  ich heute Morgen bei der Lektüre einer aktuellen PR-Meldung des Auswärtigen Amtes erinnert, in der Afrika-Beauftragter Walter Lindner seine “Betroffenheit” über das Ausmaß und die Verbreitung weiblicher Genitalverstümmelung äußert, deren Bekämpfung er nun an einem Runden Tisch mit dem BMZ und NGOs koordinieren will.

Ich bezweifle stark, dass es sich hierbei um mehr als einen PR-Gag in der Vorweihnachtszeit handelt, denn bestünde tatsächlich ernsthaftes Interesse, dem “Kampf gegen FGM mehr Nachdruck zu verleihen” , hätte das Auswärtige Amt mit der TaskForce nicht die vermutlich einzige NGO “vergessen” einzuladen, die aufgrund konkreter Erfahrungen mit dem AA durchaus kritische Erörterungen hätte beitragen können.

Rückblick: 

Am 25. Mai 2009 gab das Oberlandesgericht Karlsruhe einer Familie aus Schopfheim grünes Licht,  ihre 10-jährige Tochter ungehindert und für unbestimmte Zeit nach Äthiopien zu verbringen und dort der realistischen Gefahr der Genitalverstümmelung auszusetzen.

Zuvor hatte das Amtsgericht Bad Säckingen aufgrund der Verstümmelungsgefahr die Reise untersagt, zumal die Eltern sich bereits im Vorfeld geweigert hatten, einer Unversehrtheitsuntersuchung des Mädchens nach seiner Rückkehr zuzustimmen.

Den Weg für den nun höchst problematischen OLG-Beschluss hatten das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft in Addis Abeba geebnet, die konstatiert hatten, das Mädchen sei bei der Reise in das Verstümmelungs-Hochrisikoland (knapp 90% Verstümmelungsrate landesweit) “in keiner Weise gefährdet.”

Zu dieser Auffassung war der Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Addis Abeba – Michael Grimm – nach einem Kaffeekränzchen mit den “modernen, kultivierten und sympathischen” Familienmitgliedern in der äthiopischen Hauptstadt gelangt, (weiterlesen…)